Liebe für alle! #freeprintable

Seit unglaublichen 21 Jahren sind der Mann und ich nun ein Paar. EIN-UND-ZWANZIG Jahre. Manchmal kann ich das selbst gar nicht fassen. Mein halbes Leben hab ich ihn schon an meiner Seite. Und es würde überhaupt nicht zu mir - besser gesagt zu uns - passen, wenn ich hier jetzt ein Hohelied auf unsere Liebe anstimmen würde. Selbstverständlich ist sie für uns keineswegs. Sie ist aber auch nichts, an das wir uns ständig erinnern müssten. Ich bescheinige uns einfach eine gesunde Portion Pragmatismus, insbesondere was große Rituale und Jahrestage angeht. Tja, wäre da nicht unser Fräulein! Sie will dieses Jahr den Valentinstag unbedingt feiern. Machen wir jetzt auch - im ganz großen Stil. Nämlich mit Euch allen!


_Dieser Beitrag enthält Werbung.
Die Papeterie zum Thema wurde mir kostenlos als PR-Sample zur Verfügung gestellt_

Wir feiern! Wir feiern nicht! Ach komm, jeder lässt sich gern überraschen! Von wegen, ist doch nur kommerzieller Mist!  Ganz ehrlich - ich finde diese Diskussionen um den Valentinstag oder Muttertag oder Vatertag oder Kindertag schlichtweg unnötig. Ist doch ganz einfach: Wer feiern mag, feiert ihn! Wer nicht, der lässt's eben bleiben! Und für beide Parteien gilt: Den anderen einfach mal machen lassen! Wir wollen am heutigen Valentinstag ein bisschen Liebe hinaus in die Welt tragen. Und ein jeder von Euch ist eingeladen, mitzumachen #spreadlove


Valentinstag to go
Du brauchst:


Das Plakat ausdrucken so oft Du willst, mit der Schere zwischen den Komplimenten senkrecht einschneiden. Das Masking-Tape in die Tasche stecken, und schon kann's losgehen. Das Plakat überall dort aufhängen, wo Du magst - im Büro, an den Postkasten, an Laternenpfosten, auf Spielplätzen, in Tiefgaragen neben dem Kassenautomaten. Willst Du in Cafés, Restaurants oder anderen öffentlichen Einrichtungen das Plakat samt Masking Tape zücken, frag einfach schnell nach Erlaubnis.


Wir haben gestern schon mal vorgelegt, und ein bisschen Liebe hier im Ort verteilt. Und jetzt seid ihr dran: Macht ihr mit? Als kleinen Motivationsschub verlose ich unter allen, die mir ein Bild von unserem Valentinstag-to-go-Plakat schicken, das ausgedruckt und aufgehängt wurde, ein kleines Überraschungspaket aus den Papeterie-Produkten der Serie "It must be love" von rico-design. Als Los gilt jedes Foto, das mich entweder via Mail, über facebook oder instagram erreicht. Einsendeschluss ist Freitag, der 15. Februar, 2019.

#spreadlove









12 von 12

Die Aufholjagd hat begonnen: Seit dieser Woche versuche ich, all das aufzuarbeiten, was während der zwei Wochen Krankenlager liegen geblieben ist. Die Wäscheberge im Schlafzimmer, von denen mir einer - und zwar mein eigener - mittlerweile bis zur Hüfte reicht, ignoriere ich weiterhin gekonnt. Schwerer fällt es mir, an den zugeschnittenen Projekten im Nähzimmer vorbei zu marschieren. Zumal mein Arbeitszimmer genau gegenüber liegt. Ich müsste eigentlich nur einmal falsch abbiegen - und zack, säße ich an der Nähmaschine. Saß ich heut aber nicht, sondern vom Rechner.  Dafür ist die Umsatzsteuervoranmeldung raus, die Buchhaltung up to date, mein Postfach gelüftet - und der Kopf wieder frei für kreative Dinge.


Geht es Euch auch so? Ich kann schlecht kreativ sein, wenn mir gewisse "Müsser" im Nacken sitzen. Daher galt heut wie meist jeden Dienstag das Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Was sonst noch so los war? Schaut sie Euch an, unsere zwölf Bilder vom zwölften Tag des Monats.

1) Power-Start in den Tag: Vitamine und Wasser fürs Immunsystem.
2) Titelbildbastelei: Und wie ihr seht, ist es nicht beim ersten Entwurf geblieben. Skifahren geht's nämlich erst im März.
3) Tussicontent: Ich lackiere die Nägel meist am Schreibtisch, während der Trockenzeiten sortiere ich Mails, bearbeite Fotos oder lese Nachrichten.
4) Happymail: Der Postbote bringt mir ein tolles Paket mit wunderschönem Inhalt, der ganz bald verarbeitet werden will. 

5) Das bisschen Haushalt: Wo ich schon mal im Erdgeschoss bin, mach ich noch nen Abstecher zur Wäsche in den Keller.
6) Kurvenkünstler: meine Hyazinthen hängen ganz schön durch. Aber sie duften himmlisch!
7) Schneller Snack: Es gibt selbst gemachten Joghurt mit Vanille.
8) Geduldsprobe: Die Hausaufgaben laufen heut Nachmittag zäh. Sehr zäh. 

9) Tapetenwechsel: Bevor wir uns den ganzen Nachmittag anblöken, drehen wir lieber ne Runde.
10) Stopp in der Buchhandlung: Das Fräulein hatte noch einen Gutschein, und löst ihn gegen etwas Magie ein.
11) Win-Win-Situation: Ich wollte Kaffee, sie musste auf Toilette - da sind wir beim Kuchen hängen geblieben.
12) Supermarkt-Fundstück: Das testen wir mal. Ich bin gespannt!

#morgenisteinneuertagundmorgenwirdgenäht




Ein Blick zurück in der Spätausgabe 1/2019

28 Tage lang war der Januar ein Januar wie jeder andere. Jedes Jahr nehme ich mir zu Beginn des Jahres eine kleine Auszeit, um mich auszurichten. Ich zieh mich etwas zurück - sowohl im digitalen als auch im analogen Leben, fahre die Taktzahl an Verabredungen deutlich herunter, und dann gehe ich mit mir selbst in medias res. Ich hinterfrage Gewohnheiten, mache mich auf die Suche nach Energie- und Zeitfressern in meinem, unserem Alltag. Formuliere Ziele, Ideen, Wünsche. Ja, ich mag das Gefühl, ein neues Jahr komplett vor mir zu haben, Ziele zu benennen und Pläne zu schmieden. Aber wie sagte schon John Lennon? "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen!" Wie Recht er doch hatte!


So gut ich im Pläne schmieden, Planen und Organisieren bin: Läuft etwas außerhalb dieser Planung, drehe ich gerne mal am Rad. Improvisation kann ich, aber das heißt noch lange nicht, dass ich sie toll finde. Genau genommen hasse ich es, wenn mein Pläne spontan über den Haufen geworfen werden. Weil der Terminkalender eben ganz oft wenig Luft nach oben lässt, ein Rädchen ins nächste greifen muss, damit der Familienalltag läuft. Seit zwei Wochen laufe ich hier nicht. Dafür meine Nase. Und mit jedem Tag mehr, den ich auf dem Sofa verbringe(n muss), werde ich unzufriedener. Allerhöchste Zeit also für meinen Blick zurück, denn ich mag den Januar nicht nur an seinen letzten drei doofen Tagen messen:

#rückblick

  • Ferienspaß: Das Fräulein hat die Freude am Schlittschuhfahren entdeckt. 
  • Gedankenspiele beim Friseur: Haare kürzer schneiden? Ich hab' mich nicht getraut. 
  • Wiedersehen: Wenn die ehemalige Kollegin aus Lissabon einfliegt, ist immer Zeit für einen Plausch und einen Kaffee
  • Tolle Aktion: Gemeinsam mit Dominique und Änni hab ich endlich den tollen Oilskin von Snaply in eine schöne #yellobag verwandelt. 
  • Zeit zu zweit: Und wir haben dabei einfach mal neue Eheringe gekauft. 
  • Unterwegs: Ich bin zur #creativeworld nach Frankfurt gefahren, und freu mich dabei nicht nur auf den kreativen Input, sondern auch immer auf das Wiedersehen mit Bine und Miriam
  • Schock-Moment: "versuchter Einbruch" lautete die Diagnose des Schlüsseldienstes, nachdem unser Haustürschloss vergangene Woche nicht mehr funktionierte. Im Haus war niemand, aber dennoch bleibt ein komisches Gefühl. 
  • Virenattacke: Seit zwei Wochen hänge ich in den Seilen. Aber so richtig. Am Montag dachte ich, das Schlimmste sei überstanden. Zack, hänge ich wieder auf dem Sofa. Jetzt wenigstens mit Fernseher und Laptop. Aber: Ich mag nicht mehr. 

#ausblick

  • Fasching lässt grüßen: Im vergangenen Jahr ging das kleine Fräulein als Pfau. Dieses Jahr geht's ebenfalls tierisch zu. Ich werde also erneut ein Kostüm nähen. Was es wird, ist noch streng geheim. Ihr dürft dann auf Instagram raten.
  • Koffer packen: Die Skiferien stehen an - und wie jedes Jahr, werde ich mich überwinden müssen, im hier aufkeimenden Frühling noch mal in den Schnee zu fahren. Um es dort dann ganz toll zu finden.

Lieblingslektüre des Monats

  • "Ich schaffe das einfach nicht!" - diesen Satz höre ich sehr oft von anderen. Etwa, wenn das Fräulein was Selbstgenähtes trägt, wir ein Geschenk besonders hübsch verpackt haben, oder ich mir Zeit einfach so nur für mich genommen habe. Aber stimmt das wirklich? Schafft man es wirklich nicht? Oder ist es einem einfach nicht wichtig genug? Ein toller Denkanstoß von Bine, und natürlich - auch ich schaffe viele Dinge nicht, beziehungsweise sind oder waren in diesem Moment andere Dinge wichtig. 
  • Hast Du auch gern alle Bälle in der Luft? Und bist ein großer Freund von Multi-Tasking? Ich auch - aber es ist nicht immer gut und nicht immer sinnvoll, alles gleichzeitig zu machen. Der Text von Vanessa zum Single-Tasking hat mich zum Nachdenken gebracht.  
  • Wir sind Suppenkasper hier im Hause schoenstebastelzeit. Und allein deshalb werde ich beim nächsten Einkauf Beef Jerky in den Wagen legen, und die Asia-Würzpaste von Gourmet Guerilla nachmachen. Klingt verdammt lecker! 
  • #createdonthate - das Motto, das Tanja von Frau Hoelle zur Creativeworld ausgegeben hat, finde ich einfach wunderbar.  
  • immer wieder freitags: die Familientweets der Woche 

#vitaminebitteallezumir

Convenience als Trend? #creativeworld2019

Die Rundum-Sorglos-Pakete sind in der DIY-Branche auf dem Vormarsch: Pompons und Troddeln im Beutel, die man nur noch aufhängen oder annähen muss; fix und fertig genähte Kuscheltiere zum Ausstopfen und Verzieren; aus Papier oder anderen Materialien vorgestanzte Bauteile, die nur noch schnell mit ebenfalls gelieferten Nieten, Nadeln, Clips oder Kleber zusammengesetzt werden wollen - auf der #creativeworld2019 in Frankfurt gibt es unzählige solcher Produkte und Material-Kits. Ich hab mich gestern unters Messepublikum gemischt, und bin mit viel Inspiration aber auch etwas nachdenklich zurückgefahren. Denn ich frage mich: Convenience in der DIY-Branche: Fluch oder Segen?

Blumen, die so schnell nicht verwelken: Strauß aus Papierblüten am Stand von sizzix,
dem Hersteller der Stanz- und Prägemaschine Bigshot. 

Was die handarbeit+hobby in Köln für die NähSzene ist, ist die Creativeworld in Frankfurt für die DIY-Szene: Mit mehr als 350 Ausstellern aus 44 Ländern - und flankiert von den beiden anderen Schauen, der paperworld und der christmasworld - ist sie vor allem Trendschau. Dort werden die Produktneuheiten rund ums dekorative Basteln, für den Grafik - und Künstlerbedarf, Handarbeit und textiles Gestalten sowie fürs kreative Hobby präsentiert, Techniken und Materialien vorgestellt. Genauso wie die h+h ist auch die Creativeworld eine reine Order-Messe - sprich einkaufen kann dort nur der Fachhandel, aber nicht der Endverbraucher.

Fertige DIY-Pakete: YAY or NAY?
Die Nachfrage ist da: Der Endverbraucher verlangt immer mehr das Rundum-Sorglos-Paket. Auf den ersten Blick ist das herrlich bequem - ein Strickset, in dem die Wolle zum Projekt und die Nädelstärke zur Wolle passt; ein Taschen-Nähset mit allem Pi-Pa-Po vom Karabiner bis zum Vlies zur Stoffverstärkung; ein Handlettering-Starter-Kit samt Buch, Stiften Papier... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die komplette Verfügbarkeit alles Notwendigen für ein Projekt ist sicherlich einer der großen Vorteile  eines solchen Sets. Und für alle, die eine Technik, ein neues Material oder ein komplett neues Hobby einfach mal ausprobieren wollen, sicherlich eine feine Sache.

Wenig Aufwand, große Wirkung: Das passt zwar in unsere schnelllebige Zeit, aber bei all den schönen Fertigpaketen geht eines verloren - das Individuelle. Das Tüpfelchen auf dem i, das aus irgendeinem Projekt Dein Projekt macht.

Wir hatten gestern auf der Messe bereits eine kleine Diskussionsrunde zum Thema. Und waren uns insofern einig: Die Mischung macht's! Die DIY-Sets können eine tolle DIY-Einstiegsdroge sein. Sie können aber auch die Kreativität bremsen - in dem sie einem von Anfang an vorgeben, wohin die Reise gehen, wie das fertige Produkt aussehen wird oder besser: auszusehen hat.

Papier-Prägeformen am Stand von efco: toller Effekt, tolle Haptik. 

Altes in neuem Gewand: die Trends 2019
Bekannte Materialien, neue Techniken: So konnte man die Trends 2019 zusammenfassen - denn auch in einer kreativen Branche wie der DIY-Branche lässt sich nun mal das Rad nicht neu erfinden. Das Stilbüro bora.herke.palmisano hat auch in diesem Jahr wieder die Trendfläche für die Creativeworld bespielt, und hat drei Unterthemen entwickelt:

#cosysite
#cosysite:Gipsbinden und freestyle geknüpfte Accessoires
Plüschig, wollig, pur - so lässt sich die erste Trendwelt beschreiben. Sie zeigt unter anderem die Technik des Bildhauens mit Vasen aus Porenbeton. Alternativ wird mit den guten, alten Gipsbinden modelliert. Auf der Creativeworld wickelte man sie einfach um Alltagsgegenstände, um diesen einen neuen Charakter zu verleihen. Für das Cosy im Thema sind hochwertige Woll-Materialien verantwortlich - wild und spontan und in unterschiedlichen Längen geknüpft oder geknotet. Und gewebt werden muss nicht nur im Webrahmen, dafür kann man auch mal einen alten Rattansessel oder ein geflochtenes Weidenkörbchen hernehmen.

#naturallocation
#naturallocation: die japanische Stickmethode Sashiko und handgetöpferte Unikate. 
Perfekt unperfekt - das ist bei dieser Themenwelt das Motto. Zerbrochene Keramik, die Mithilfe der japanischen Kintsugi-Technik wieder zu neuem Leben erweckt wird; selbst getöpferte und glasierte Teller; von Hand bestickte Tischläufer: herrlich ungezwungen wirkt das Ensemble und verrät erst auf den zweiten Blick, welch großer Aufwand und Liebe in den einzelnen Objekten steckt.

#happyplace
#happyplace: farbenfroh, lebhaft - und Neon ist immer mit dabei. 
Die 80er lassen grüßen beim Blick auf die farbenfrohe, dritte Trendwelt. Neon ist und bleibt en vogue, dazu gesellen sich bunte Kreppbänder, Masking-Tape, allerlei Tüddelkram zum Verzieren von Papeterie, kleinen nicht-essbaren Törtchen aus Stoff sowie Tonkarton und vielem mehr. Und mittendrin immer wieder das sogenannte Acrylpouring - bei dem die Farbe mithilfe eines Liquids fließfähig gemacht und auf Leinwände und Gegenstände aufgebracht wird, und später plastisch aushärtet.

Die Stempelei und ich
Die schoenstebastelzeit heißt schoenstebastelzeit weil ich früher ganz viel gebastelt habe - unter anderem Grußkarten. Vor allem mit Stempeln, aber auch mithilfe der Präge- und Embossing-Technik, mit Aquarell- und Wasserfarben. Hochwertige Papiere streichele ich immer noch genauso gerne wie Stoffe, und auf der Creativeworld nehme ich mir jedes Jahr fest vor, diese alte Liebe wieder neu zu entfachen. Den unglaublich vielfältigen Inspirationen sei Dank!

Meine Rede! Ich bin und werde niemals nicht ein Frühaufsteher,
muss mir aber vielleicht diesen Stempel von heindesign kaufen. 

Über die Firma heindesign bin ich übrigens auch vor vielen Jahren schon zu den heute allseits bekannten Tombow-Stiften gekommen. An Brushlettering dachte damals noch kaum jemand - ich nutzte die Stifte entweder zum Stempel einfärben, oder setzte mit ihnen kleine Farbakzente auf meinen Karten.

Aus meinem Archiv: Ein paar selbst gebastelte Karten habe ich aufgehoben und heute mal wieder raus gekramt. 

Und was ist mit Stoff?
Viele Stoff-Premieren gab's auf der Creativeworld natürlich nicht zu sehen, das ist der h+h im März vorbehalten. Rico Design präsentierte allerdings die neue Themenwelt "crafted nature" - und zu dieser wird es im Frühjahr neben Papeterie und Deko-Artikeln auch einen Schwung Stoffe geben: Webware, etwas festere Musselins, und sogar Sweats sind geplant.

"crafted nature" heißt die neue Kollektion von rico-Design, die ab dem Frühjahr im Handel erhältlich sein wird. 
Auch wenn das Grundmaterial Stoff selbst auf der Creativeworld keine große Rolle spielt, so gibt es doch allerlei Materialien zu entdecken, die mit Textilveredelung zu tun haben. Allen voran natürlich Stoffmalfarben - und da spielen in der kommenden Saison sowohl Linol- als auch Siebdruck eine immer größere Rolle. In diesem Bereich räumte die Firma Marabu sogar den Creative Impulse Award 2019 ab: Das "Soft Linoleum Textil Print & Colouring"-Set wurde zum Komplett-Set des Jahres gekürt. Allein, dass es die Kategorie in dem Wettbewerb gibt, zeigt den Vormarsch der Kreativ-Kits.

Spannend finde ich auch die Produkte der französischen Firma Odif. Das Gel, mit dessen Hilfe man Webware in eine Art Wachstuch verwandeln kann, will ich unbedingt mal ausprobieren. Aber auch der thermofixierbare Kleber für Stoffe klingt vielversprechend - vor allem für die, die gerne und viel applizieren.

Patchwork leicht gemacht wird mit den Stoffstanzen der Firma Sizzix - allerdings nur, wenn man im Besitz einer so genannten Bigshot ist: einer Stanzmaschine, mit der man sowohl Papier als auch Stoff stanzen kann. Der Zuschnitt von passgenauen Quadraten oder anderen Formen geht damit wirklich schnell. Der Nachteil: Die Größen sind fix.

Nicht fündig geworden bin ich leider auf der Suche nach einer Zuschneidematte nach Maß. Mein Zuschneidetisch hat nämlich die in Nähkreisen weit bekannten Maße "DreiMalKallaxvonIkeaaneinandergeschraubt" - was zu groß für eine handelsübliche Schneidematte bedeutet, aber auch zu klein für zwei von ihnen. Wer kennt das Problem das zugegebenermaßen ein wirkliches Luxusproblem ist noch?

Zum Finale lass ich Euch noch das Motto von Tanja Cappell alias Frau Hölle da, das sie zur #creativeworld2019 ausgegeben hat. Für mehr kreatives Miteinander statt Gegeneinander. Getreu dem afrikanischen Sprichwort: Wenn du schnell gehen willst, dann geh alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen. Daher:

#createdonthate


Da passt was rein: Große Markttasche #DIY

In welchem Team bist Du: Gemüsekiste oder Wochenmarkt? Ich gehöre ganz klar zum Team Wochenmarkt. Die Gemüsekiste war zwar wahnsinnig praktisch, als das Fräulein noch im Brei-Alter war, und ich so bequem und einfach die wöchentliche Ration Pastinake, Kürbis und Kartoffeln direkt ins Haus geliefert bekommen habe. Aber heute möchte ich meinen wöchentlichen Marktbesuch nicht mehr missen. Ich muss fairerweise dazu sagen, dass wir hier freitags immer ein großes Angebot haben: mehrere regionale Obst- und Gemüsehändler, dazu eine Bio-Bäckerei, einen Metzger, einen Käse-, Eier- und Fischstand - kurzum bekomme ich dort alles, was ich an Frische-Angebot brauche. Mein Korb reicht für einen großen Einkauf schon lange nicht mehr aus. Und so habe ich mir die Tage kurzerhand noch eine große Markttasche genäht.


Ganz genaue Vorstellungen hatte ich von meiner Markttasche: Größer sollte sie sein als die herkömmlichen Taschen, und etwas tiefer. Und mit stabilen Henkeln zum Zupacken, wenn der Einkauf mal wieder schwerer ausfällt als geplant. Genauso eine Tasche habe ich mir jetzt genäht. Und weil ich bestimmt nicht die Einzige bin, die so einen Taschen-Allrounder gebrauchen kann, gibt's die Anleitung gleich dazu.


Materialliste für eine große Markttasche   

  • 60 cm beschichtete Webware bei einer Stoffbreite von minimal 120 cm
  • 2 x 40 cm Baumwollgurtband in passender Farbe
  • Nähgarn in passender Farbe
  • wer mag: kleines, individuelles Label


Und so geht's: 


Lege die beschichte Baumwolle rechts auf rechts - sprich die schönen Seiten des Stoffes liegen aufeinander. Achte dabei auf das Muster Deines Stoffes. Folgt es einer bestimmten Richtung, solltest Du das beim Zuschnitt beachten - nicht, dass eine Seite der Tasche dann mustertechnisch auf dem Kopf steht. Stoffe im Mustermix ohne bestimmte Richtung kannst Du auch im Bruch zuschneiden. Dieser liegt dann an der unteren, schmaleren Kante des Zuschnitts.

Jetzt zeichnest Du Dir den Zuschnitt auf Deinem doppelt gelegten Stoff mit einem Trick- oder dünnem Kreidemarker auf. Übrigens: Die Maße oben im Bild enthalten bereits eine Nahtzugabe von einem Zentimeter. Dann schneidest Du die beiden Stofflagen aus. Entweder mit der Schere, oder auf einer Schneidematte mit Patchworklineal und Rollschneider.

Und schon geht's ans Nähen. Mit einem Geradstich die zwei langen Seiten sowie die untere Kante schließen. Wenn Du im Bruch zugeschnitten hast, entfällt das Zusammennähen der unteren Kante natürlich. Dann bügelst Du die Nahtzugabe vorsichtig und mit sehr niedriger Temperatur auseinander.

Dann entstehen die Ecken und damit auch der Blockboden: Dafür nimmst Du die Naht der langen Kante und legst sie rechts auf rechts auf die Mitte der unteren, kurzen Taschenkante. Die Stoffkanten müssen gerade und bündig aufeinander liegen. Mit Nähklammern gut sichern, und absteppen. Das Ganze wiederholst Du auf der anderen Seite.

Und schon kannst Du Dich an den Saum an der oberen Taschenkante machen: Dafür einfach den oberen Taschenrand ein erstes Mal um 2 cm nach innen bügeln, dann diese Kante erneut um 2 cm nach innen schlagen, bügeln und feststecken. Den oberen Saum zweimal absteppen - einmal ungefähr 1,8 Zentimeter vom Taschenrand entfernt, das zweite Mal 1,5 Zentimeter davon entfernt. Fertig ist die hübsche Doppelnaht.


Um die Gurtbänder später besser greifen zu können, habe ich sie auf den mittleren 20 Zentimetern mit einer Naht knapp am äußeren Rand zusammengesteppt. Anschließend positionierst Du das Gurtband auf der Tasche. Ich habe die Henkel mit jeweils 12 cm Abstand zur Seitennaht platziert, der Abstand zum oberen Saum beträgt 5 cm. Die Henkel feststecken und mit sowohl mit einer quadratischen Naht als auch mit einem Nahtkreuz sichern - schließlich sollen die Henkel auch halten, wenn die Tasche vollgepackt mit Obst und Gemüse ist. Das Ganze wiederholst Du auf der anderen Taschenseite. Schon ist sie fertig, Deine Markttasche.


Meine Markttasche gefällt mir so gut, dass sie mich künftig nicht nur auf den Markt begleiten darf, sondern einen festen Platz in meiner Handtasche bekommt - flach zusammengefaltet wartet sie dann auf ihren Einsatz.


Ich bin ja bekennender Marimekko-Fan - und zugegeben, dieses Muster aus der "okina hana"-Reihe von rico-Design hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den klassischen Blumen made in Finnland. Und weil ich am Wochenenende noch ein kleines Zeitfenster hatte, hab ich mir gleich noch einen zweiten Einkaufsbegleiter daraus genäht: eine Beuteltasche.


Ganz ehrlich: Ich hab mir die fertige Tasche einen Tick größer vorgestellt als das Schnittmuster der Schnörkelless-Tasche von leni.pepunkt vor mir lag. Aber als Ergänzung zu meiner Markttasche macht sie sich ganz gut. Ich hab ihr noch eine kleine Innentasche mit Platz fürs  Handy und anderen Krimskrams verpasst.


Label und Tasche habe ich übrigens mit meinem Lieblingsnähfuß abgesteppt: dem Schmalkantfuß No. 10 von Bernina. Mithilfe der Führungsschiene im Füßchen hat die Naht immer exakt denselben Abstand zur Stoffkante oder Label. Der kleine, miese Perfektionist in mir feiert deswegen jedes Mal ein kleines Freudenfest.


Die Fotos von mir und meinen neuen Taschen hat übrigens das kleine, große Fräulein gemacht. Ich würd' sagen: Das können wir jetzt öfters machen! Der Rollentausch hat uns beiden großen Spaß gemacht - und ich bekam sehr genaue Anweisungen: "Den Fuß mehr nach vorne, und vor allem nicht so zappeln, sonst wird das Bild unscharf!" Woher sie das nur weiß?!?!

#taschenhatmanniegenug