Colorblocking mal anders

Es ist wieder #sweaterweather: Der Frühling macht bei uns passend zum neuen Pullover des Fräuleins eine kleine Pause. Und so zeig ich Euch ganz fix - bevor das Thermometer wieder nach oben klettert - unsere Version des Crearetro für Kids. Mit pfiffiger V-Passe. Ohne Kapuze. Dafür mit farblich abgesetzter Saumblende. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Pullover zu nähen. Wir haben uns für diese hier entschieden: quadratisch, praktisch. schick.

_Dieser Beitrag enthält Werbung für Bloggerfreunde. Das Schnittmuster wurde mir zur Verfügung gestellt._

Mein ursprünglicher Plan war ja, Resa ihren allerersten Crearetro-Pulli für Kids aus kuscheligem Nicki und mit romantischen Blümchen abzuschwatzen. Nachdem mir das nicht gelungen ist, musste ich also selbst ran.


Das Schwierigste? Sich vor dem Nähen für eine Version des Crearetro für Kids zu entscheiden. Darf's die schlichte Raglan-Variante sein? Nähe ich mit oder ohne Kapuze? Gibt's einen einfarbigen oder gar einen mehrfarbigen V-Einsatz? Bündchen? Oder lieber doch eine Saumblende? Wie wär's mit Retro-Stripes für die Ärmel? Fragen über Fragen! Und letztendlich hab ich mich für eine recht schlichte Version entschieden.


Einziger Hingucker: Die farblich noch einmal abgesetzte Saumblende am Rückteil. Sie setzt die schöne Schnittführung noch einmal in Szene und verleiht dem Ganzen einen sehr sportiven Touch.


Weil ich unbedingt den kastigen Grundschnitt des Raglan-Sweaters erhalten wollte, habe ich auch an den Ärmelabschlüssen auf dehnbare Bündchen verzichtet. Stattdessen gab es selbst konstruierte Bündchen aus dem Grundmaterial, dem Sommersweat in Rauchblau.


Der Crearetro ist wirklich ein tolles Basic-Teil - und kann noch in so vielen anderen Varianten genäht werden. Ein Glück, geht der Schnitt bis Größe 164. Da dürfte noch die ein oder andere Version drin sein....

#einpullitausendmöglichkeiten












Alltagsheldin zum Mitnehmen: die #yellobag

Shopper in knallbunten Farben? Kein Problem! Kosmetiktäschchen mit Blümchen und Kakteen? Aber immer doch! Marktbeutel aus Retro-Resten? Her damit! Doch bei selbst genähten HANDtaschen bin ich mittlerweile sehr eigen. Die dürfen alles, nur nicht bunt sein. Um Karriere als Alltagsbegleiter zu machen, brauchen sie zudem ein praktisches Innenleben, mindestens zwei Trage-Varianten, und dieses, kleine feine Ding namens Schlüsselkarabiner mag ich auch nicht mehr missen. Wie gut, dass es die #yellobag gibt! Der Schnitt ist quasi meine ganz persönliche eierlegende Wollmilchsau an der Taschenfront. Und die Optik? Die hab ich ja zum Glück selbst in der Hand.

_Dieser Beitrag enthält Werbung. Der Stoff wurde mir für das Nähen eines Designbeispiels zur Verfügung gestellt._

Was war zuerst? Der wunderschöne Oilskin in bordeaux? Das Taschenfutter? Weder noch - die allererste Zutat, die ich für diese Tasche im Kopf hatte, waren die Zipperverschlüsse mit Ring in schönstem Roségold. Meine allerersten hatte ich im Frühjahr vergangenen Jahres von einer Nähfreundin geschenkt bekommen. Im Herbst machte ich dann endlich die Dealerin der heiß begehrten Zipperverschlüsse ausfindig: Christiane von kikkomo.de. Und heute? Zeige ich Euch meine #yellobag - genäht aus Stoffen und Materialien direkt aus Christianes Textilwerkstatt, so der Name ihres Ladengeschäfts in Braunschweig. #nähenverbindet


Die Zipperverschlüsse mit Ring sah man lange Zeit gar nicht an Selbstgenähtem. Ich mag das Detail sehr, und vor allem die Möglichkeit, eine zur Tasche passende Zipperverlängerung zu basteln. Hier habe ich etwas Oilskin zu einem schmalen Band zusammengesteppt, die beiden offenen Seiten unter einem Lederschnipsel versteckt, und das Ganze mit einer Buchschraube verbunden. Mag ich!


Extra für Euch hab ich sogar noch einmal die Innenseite nach außen gedreht: Denn die clothworks-Webware ist fast zu schön, um sie nur in einer Tasche zu verstecken. Aber wisst ihr was? Ein tolles Taschenfutter macht mehrfach glücklich. Nämlich jedes Mal, wenn man reingreift.


Meine #yellobag hat auch dieses Mal wieder eine gefütterte Innentasche bekommen. Natürlich mit meinen geliebten Ring-Zippern samt Handmade-Verlängerung. Und den mittlerweile obligatorischen Schlüsselkarabiner. #niewiederohne


Erzähl mal: Frauen und ihre Selbstständigkeit

Was ich ja immer total spannend finde: Mich mit selbstständigen Frauen auszutauschen, die ihr ganz eigenes Ding machen. Christiane Colsman habe ich auf der h+h in Köln getroffen. Ihr Ding ist ihr Stoffladen - und angefangen hat alles vor über zehn Jahren mit einem dawanda-Shop, in dem sie selbst genähte Taschen und Kissen verkaufte. Irgendwann fragten die Kunden nicht nur nach fertigen Teilen, sondern vor allem auch nach Material. Und so nahm Christianes Selbstständigkeit ihren Lauf. Die erste Textilwerkstatt öffnete noch in einer Nebenstraße, heute verkauft die 50-Jährige direkt am Braunschweiger Altstadtmarkt ihre Stoffe und Kurzwaren.

Von Anfang an setzte sie auf klare Designs, vor allem - aber natürlich nicht nur - für Erwachsene. "Ich bin nicht so der verspielte Typ", erklärt Christiane, die ein Faible für japanische Stoffe und amerikanische Designer hat. Und die Zipper? Die lässt die 50-Jährige - genauso wie die metallisierten Reißverschlüsse - extra für ihren Laden anfertigen: "Senfgelb, Petrol, Olive: Das sind keine Farben von der Stange."

Offline kauft man bei Christiane in der Textilwerkstatt, online bei kikkomo. Wie geht das zusammen? "Anfangs brauchte ich einfach einen Namen. Was Niedliches wollte ich nicht - und so hab ich dann einfach als Textilwerkstatt angefangen." Kikkomo ist eine Abkürzung für "Kinderkonfektion and more", und auch wenn aus dem ursprünglichen Plan mit der Kinderkonfektion doch nichts geworden ist, so mag Christiane nach wie vor diesen Kunstnamen: "Hat ein bisschen was von Marimekko und japanisch. Passt!" Und irgendwann firmiert sie ihr Offline-Geschäft vielleicht mal noch um. Wenn der Tag mal mehr als 24 Stunden hat...

Was ist Christianes Superpower? "Meine Superpower ist, dass ich mir Sachen immer vorstellen kann, die sich andere nicht vorstellen können. Ich kann Dinge, ich kann Stoffe kombinieren. Oder ich komm in einen Raum, und weiß ziemlich schnell, wie ich den einrichten kann."


Und recht spontan ist hiermit eine kleine, neue Blogreihe entstanden: In loser Zeitfolge möchte ich Euch in Zukunft nicht nur die Quelle meiner Stoffe und Materialien verraten, sondern auch - wann immer es möglich ist, und vor allem eine Frau hinter einem Business steht - auch noch kurz und knapp ein paar Infos zur Person und dem jeweiligen Konzept dazu packen. Denn selten sind Geschäftswege ganz geradeaus; jede Selbstständigkeit hat Höhen, Tiefen, Kurven und Abzweigungen. Wichtig ist dabei nur, dass man nicht stehen bleibt, sondern weitergeht - auf seinem Weg!

Übrigens: Nach der #yellobag ist vor der #yellobag - die Variante in bordeaux ist nämlich schon meine Zweite. Die Erste hat es noch nicht auf den Blog geschafft, aber auf Instagram könnt ihr mir in den Highlights beim Nähen der PremierenYello über die Schulter blicken. Denn eines ist klar:

#taschensindrudeltiere












  • Material: Oilskin in bordeaux / Webware "baby gone wild" pink white und Reißverschlüsse über kikkomo.de / Taschenzubehör über snaply.de / Lederreste aus meinem Fundus 
  • Schnitt: yellobag von prülla / Tragegriffe in der Länge halbiert
  • verlinkt: du für dich

Eine Branche im Wandel: die h+h cologne 2019

"Die fetten Jahre sind vorbei", hört man die Pessimisten jammern. Die Optimisten hingegen fragen: "Was können wir tun, um an die Erfolge der Vorjahre anzuknüpfen?" Von nichts kommt schließlich nichts. Fakt ist: Die Handarbeitsbranche steht vor einem Strukturwandel. Impulse und Anregungen, wo die Reise hingehen könnte, gab es am vergangenen Wochenende auf der weltgrößten Handarbeitsmesse: der h+h cologne. 429 Unternehmen aus 43 Ländern präsentierten sich drei Tage lang in den Kölner Messehallen den mehr als 16500 Besuchern. Ich hab mich auch dieses Jahr wieder unters Publikum gemischt. Mitgebracht habe ich: die Trends der Saison und wie immer ganz viele Zahlen, Daten und Fakten rund um die DIY-Branche.

Wissen, wie man Stoffe inszeniert: Der Stand von Adlico Textile ist jedes Jahr ein Blickfang. 
"Perfectly imperfect" - dieses Motto begegnete einem bereits auf der Creativeworld in Frankfurt, und machte jetzt auch vor der h+h cologne nicht Halt. Rico Design liegt mit seinen Farbthemen - angefangen bei Pastelltönen über knallige Bonbonfarben bis hin zum unverzichtbaren Senfgelb - voll im Trend. Wolle wird bei Rico nicht nur verstrickt und verhäkelt, sondern auch modern interpretiert: einfaches Weben mit unterschiedlichen Materialien und simple Knüpftechniken mit ultradicken Wollsträngen bieten auch Unerfahrenen ein schnelles Erfolgserlebnis. Eine ebenfalls einfache, aber geniale Idee: Grob gestrickte Jacken, Kissen oder Schals mit Stoffmalfarbe bestempeln - wirkt extrem lässig. Etwas mehr Übung erfordert das Thema PunchNeedle - eine Sticktechnik, mit der sich plastische Ergebnisse zaubern lassen.

Trendthema 2019: die Punch Needle und ihre plastischen Ergebnisse. Nach wie vor en vogue: gewebte Wandbehänge.
Wer sich schon immer mal an der Sashiko-Sticktechnik versuchen wollte, aber etwas Orientierung dafür gebrauchen könnte, der kann sich auf die Stoffserie "Jardin Japonais" freuen. Überwiegend grafische Muster, die sich leicht nachsticken lassen - entweder auf ganzer Fläche oder nur vereinzelt. Und auch hier gilt: zu perfekt ist langweilig.

Kann man besticken, muss man aber nicht: die Stoffe Stoffserie "Jardin Japonais" von Rico Design. 
Wenn ihr jetzt genauso angetan seid wie ich von diesem knalligen Farbton, dann habe ich gute Nachrichten: Living coral lautet der Pantone Farbton des Jahres 2019 - und somit werden wir das ganze kommende Stoffjahr über immer wieder auf ihn treffen. Unter anderem hat Mettler zwei wundervolle Polystergarne herausgebracht: Es lohnt sich, Ausschau zu halten nach Salmon und Persimmon.

Zahlen und Fakten
Die Messe wächst, die Umsätze schrumpfen: 429 Aussteller aus 43 Ländern waren in Köln präsent. 16500 Besucher aus 80 Länder sahen sich die Produkte an. Und damit kann die h+h cologne erneut einen Rekord sowohl auf Aussteller- als auch Besucherseite vermelden. Der Handel hingegen musste im vergangenen Jahr erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen: Für Handarbeitsbedarf gaben die Deutschen im vergangenen Jahr 1,16 Milliarden Euro aus - damit liegt man fünf Prozentpunkte unterm Vorjahresniveau, so der Branchenverband Initiative Handarbeit, der jährlich zur Messe die aktuellen Zahlen vorlegt.
Auf Talfahrt: die Umsätze in der Handarbeitsbranche bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau,
aber gehen seit 2014 konstant zurück. 
Erfolgreiche Messe auf der einen Seite, Umsatzeinbußen auf der anderen - wie geht das zusammen? Eine einfache und bequeme Erklärung könnte lauten: der heiße Sommer 2018. Doch den Umsatzrückgang allein aufs Wetter zu schieben, ginge an den Tatsachen vorbei. Fakt ist: Der Markt verlagert sich immer mehr ins Internet. Offline besteht nur, wer sich modern aufstellt, direkt vor Ort mit innovativen Projekten von sich reden macht. Und es auch im direkten Kundenkontakt versteht, sich neue und jüngere Zielgruppen zu erschließen. Komplett auf diese Themen ausgerichtet war daher auch das Vortrags- und Eventprogramm der Messe, das sich vor allem an den Handel vor Ort richtete.

Konstant blieben die Umsätze nur bei der Hardware: In Näh- und Strickmaschinen
 wurde 2018 gleich hoch investiert wie in den Vorjahren. 
Ein Grund, der in der Studie fehlt - aber meiner Meinung nach ebenfalls dafür sorgt, dass der HandarbeitsHype zwar anhält, die Umsätze aber zurückgehen: das gesteigerte Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Wir DIYler schauen nicht nur genauer hin, woher unsere Ware kommt, und wie sie produziert wird. Wir wählen vor allem auch sorgfältiger aus, kaufen nicht mehr aus dem ersten Impuls heraus. Die meisten Regale in unseren Nähecken und -zimmern sind gut gefüllt, daher reduzieren derzeit viele ihren Bestand: "Use what you have", Minimalismus und #sustainablesewing sind längst in der DIY-Branche angekommen. Mitmach-Aktionen dieser Art gibt es in diesem Jahr zuhauf. Ich bin überzeugt davon, dass die Blogger-Community da derzeit voran geht - und es ist zu hoffen, dass das Thema mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird.

"sustainable. wearable. loveable." - mit diesem Slogan werben meet milk für ihre Stoffe. 

#makemetakeme - die Aktion der Initiative Handarbeit
Genau den Nerv der Blogger-Community getroffen hat die Initiative Handarbeit mit ihrer neuen Aktion "make me take me", die sie in Köln präsentiert hat. Die Idee: Nähe, häkle oder stricke eine Einkaufstasche, versehe sie mit dem #makemetakeme-Label und verschenke sie weiter - im Gegenzug gibt Dir der Beschenkte das Versprechen, in Zukunft auf Plastiktüten zu verzichten. Auch wenn viele von uns das bereits tun, die Macher setzen auf den Schneeball-Effekt. Frei nach dem Motto: Tue Gutes und rede respektive blogge/vlogge/instagramme darüber. 10000 Taschen sollen so bis zum Jahresende produziert werden. Die Anleitungen und auch die nummerierten Labels dazu gibt es beides kostenlos direkt bei der Initiative.


Diese Aktion ist und war sichtlich ein Messe-Highlight in Sachen Nachhaltigkeit. Ansonsten hat die h+h cologne noch ordentlich Aufholbedarf in diesem Bereich. Ein aus PET-Flaschen recyceltes Nähgarn ist wahrlich keine Neuheit mehr, und auch wenn die Anzahl der Biostoff-Hersteller auf der Messe wächst - es geht schleppend voran.

Wollknäuel sind die besseren Showmaster
Es ist jedes Jahr dasselbe: Auf der h+h überkommt mich eine unbändige Lust auf Wolle. Die farbenfrohen, flauschigen Bobbel lassen sich aber einfach auch wunderbar in Szene setzen - ein klarer Vorteil gegenüber den schnöden Stofflaschen, die bei den meisten Händler immer noch brav in Reih und Glied hängen. Und so streife ich immer auch mit sehr großer Freude durch die Stände der Garnanbieter, und male mir aus, was ich alles stricken würde - wenn ich es denn könnte. 


Nicht nur mein Herz im Sturm erobert haben die Maschen-Tierchen von TOFT. Okay, im Falle der riesigen Gans ist Tierchen glatt untertrieben - aber ist sie nicht niedlich? Zum Knutschen ist auch das schottische Hochlandrind. Und der niedliche Oktopus? Kommt doch glatt in der Trendfarbe 2019 - einem pastelligen Koralle - daher!

Ein Küsschen für den Gänserich! Danke fürs Festhalten dieses Fangirl-Moments, Änni
72 Stunden unzählige Begegnungen, wahnsinnig viel Spaß: Die h+h cologne ist für uns DIY-Blogger ein großes Netzwerktreffen  - die Tage, an denen viele virtuelle Kontakte real werden. Von Nord nach Süd, von Ost nach West. In den Messehallen. Auf der Tanzfläche. Oder sogar auf dem Parkdeck.

DANKE für drei tolle Tage

Alice / brezelbutter * Alex / handgeklotzt * Andrea / jolijou * Andrea / fraumaerz * Anja / aennisews  * Anke / cherrypicking * Bella / herzenssuess * Bine / echtknorke * Brina / brinarina * Britta / erbsenprinzessin * Christiane / kikkomo * Christina / christinaa * Chris / nixmitglitter * Claudia / fraulula *  Claudia / ganzmeinding * Danie / pruella * Danie / schnittgeflüster * Dominique  / kreamino * Dorothee / boocadeaux * Fredi / seemannsgarn * Gesine / allie and me * Henrike / hillihiltrud * Julia / lillesol & pelle * Jennifer / buxsen * Johy / johysbuntewelt * Karin / kayjaysews * Kathi / Kathis Nähwelt * Kasia / madebykasia * Kati / malamue * Kati / feines stoeffchen * Katrin / katiela * Kristina / firlefanz * Laura / laurie.mmm * Maarika / liiviundliivi * Mira / mirarostock * Miriam / miri.d * Miriam / mecki macht * Monika / schneidernmeistern * Nicole / belleprairie * Nina / glücksmarie * Nine / delari * Nastja / DIYeule * Petra / pedilu * Sandra / lila-lotta * Sandra / rehgeschwister * Silke / tillabox * Sindy / mein gewisses etwas * Simone / monesatelier * Stefanie / mottenfrosch * Susanne / hamburger liebe * Ulrike / moritzwerk * Ute / schneiderherz *  und natürlich an Sandra und Angela von der Initiative Handarbeit für die Rundumsorglosbetreuung an allen drei Tagen.

Save the date: Die h+h Cologne 2020 findet vom 20. bis 22. März statt.

#dennnachdermesseistvordermesse













Cool in Glitzer

Gibt es so etwas wie eine Klamotten-Pubertät? Dann steckt das Fräulein mittendrin. An einem Tag kann das Outfit nicht kitschig-verspielt genug sein, am anderen Tag muss es verdammt cool aussehen. Ganz klar in letztere Kategorie fällt ihr aktueller Lieblingshoodie - mit großer Kapuze, kuscheligem Kragen und dicken Ösen, aus denen ganz lässig fette Satinbänder heraus hängen.

_Dieser Beitrag enthält Werbung. Der Stoff wurde mir für das Nähen eines Designbeispiels zur Verfügung gestellt._

Den Hoodie Elice von ki-ba-doo hatte ich seit #triernäht im Herbst 2017 auf dem Zettel. Das Schnittmuster war damals ganz neu rausgekommen und Linda hatte ihn dort für ihr Zuckermädchen genäht. Als ich bei hilco im Herbst vergangenen Jahres dann diesen Glitzersweat sah, wusste ich sofort: Daraus wird eine Elice fürs Fräulein. Denn die größte Raffinesse des Schnittmusters - der markante Kragen - wirkt am besten mit einem unifarbenen Stoff. Und dieses Grau mit dem eingewebten Lurex fällt bei mir definitiv in diese Kategorie.


Was ich beim nächsten Mal allerdings anders machen würde: Die Ösen - die ich in geduldigem SlowSewing mit fein abgesteppten Kunstleder-Quadraten verstärkt habe - würde ich etwas weiter herunter und einen kleinen Tuck mittiger setzen als im Schnittmuster angegeben. Und bei der Kapuze würde ich die gefütterte Variante wählen, auch wenn sie dadurch noch schwerer und fülliger wird.


Die Bündchen hat hilco übrigens gleich mit dazu geliefert - und ich bin froh, dass diese nicht auch noch glitzern. Großzügig war ich bei der Größenauswahl, und hab eine 140 zugeschnitten, obwohl das Fräulein gerade eher eine 128/134 trägt. Von der Länge her eher reinlich bemessen, in der Breite passt er ihr perfekt.


#happygirlsaretheprettiest













  • Material: GlitzerSweat und Bündchen von hilco (aktuell für Händler vorbestellbar)
  • Schnitte: Hoodie Elice von kibadoo / Satinbänder aus meinem Fundus
  • verlinkt: afterwork sewing / kiddikram 

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Und zack - da ist es auf einmal Mitte März! Das kuschelig-weiche Koala-Kostüm des Fräuleins hat es leider nicht auf den Blog geschafft. Und der Rückblick auf den Februar fiel unseren Skiferien in Südtirol zum Opfer. Denn ganz am Ende des Hochpustertales gibt es ganz wundervolle Dinge wie traumhaft schöne Berge, viele Sonnenstunden, leckeres Essen und liebevolle Gastgeber. Nur eines gibt es nicht: schnelles Internet. Erholsam war das. Und wir damit voll im Trend. Denn wie heißt es gerade überall so schön: Offline is the new luxury!


Seit drei Tagen sind wir aber wieder mittendrin - und nicht nur das Internet läuft direkt wieder auf Highspeed! Auch wir haben einen ereignisreichen Monat vor uns. Was heute so los war? Schaut sie Euch an, unsere zwölf Bilder vom zwölften Tag des Monats.

1) Morgenroutine: Flechten ist definitiv nicht meine Superpower, aber für 'ne ordentliche Frisur reicht's.
2) Let's do it: Der letzte Koffer muss noch ausgeräumt werden.
3) Schmeckt nach Frühling: Erdbeermarmelade auf von Oma selbst gebackenem Brot.
4) Daumendrücken: Heut gibt's gleich mehrere Menschen, die gute Gedanken gebrauchen können. 

5) Verpackungsliebe: Da möchte man am liebsten gar nicht aufpacken.
6) Lieblingsgrün: Die Kastanie des Fräuleins hat die ersten Blätter.
7) Baustelle in Aussicht: Auf der Terrasse wird bald gewerkelt.
8) Zurück im Büro: schnell noch die Tickets für die Fahrt zur h+h ausdrucken

9) Der Fräulein-Radius wächst: Heute ging's das erste Mal alleine zu einer Freundin.
Und sie muss sehr zügig gelaufen sein, so schnell wie sie angekommen ist.
10) Spontane Nähzeit: Ich mach mich an einen Einkaufsbeutel mit Wuff.
11) Popo auslüften: Dabei gabele ich das Fräulein direkt bei ihrer Freundin auf.
12) Wiederentdeckte Liebe: Wir fahren eine kleine Runde Mario Kart. 

#geduldnurgeduldderfrühlingistnah


Die Katze, Mary Poppins und ich

Darf ich mal? Diese Frage - gepaart mit dem direkten Griff zum Stoff eines Kleidungsstückes - bin ich durchaus gewohnt. Kein Nähtreff, bei dem man sich nicht gegenseitig an Kragen, Saumkante oder Ärmel geht, um das Rohmaterial eines Kleidungsstückes zu fühlen. Aber mit meinem neuen Cardigan passiert mir das auch im Alltag. Bei der Arbeit. An der Supermarktkasse. Abends im Bistro. Selten zieht ein selbst genähtes Kleidungsstück so viel Interesse auf sich - denn am liebsten ist es mir, wenn man gar nicht sieht, dass es handmade ist. Aber dieser Cardigan ist wohl alles andere als gewöhnlich. Oder besser das Material, aus dem er gemacht ist. Und meine Antwort ist das ebenso: "Gestatten, das ist die Katze!"

_Dieser Beitrag enthält Werbung. Der Stoff wurde mir für das Nähen eines Designbeispiels zur Verfügung gestellt._

Natürlich musste keine einzige echte Katze ihr Leben für meinen Cardigan lassen. Aber diesen Arbeitstitel hat der Stoff - außen FakeFur in beige und innen grauer Sweat - unter uns hilco-Designnähern bekommen. Und er hat mich nicht davon abgehalten, ihn zu vernähen. Im Gegenteil: Ich hatte gleich den Susanne Cardigan mit den großen, aufgeschlagenen Taschen von Marte (compagnieM) im Kopf. Um der legeren Innenseite aus Sweat gerecht zu werden,  hab ich die Kanten  an der Vorderseite nur mit der Overlock versäubert. An den Armabschlüssen kam dann der #nähmonk durch, und ich hab doch einmal umgeschlagen und gesäumt.



Als Kombi gab's ein legeres Winterkleid aus Viskose im Retro-Look dazu. Ich mag das Muster, das aus der Nähe ganz anders wirkt als von fern, und das sich mit vielen Farben kombinieren lässt. Und was das jetzt alles mit Mary Poppins zu tun hat? Ich sag nur: Deadline für die Fotos und Regen. Nicht nur tröpfchenweise. Sondern in Schnüren. Da musste ich den Schirm als Accessoires einfach irgendwie aufs Foto schmuggeln...


#ineveryjobitmustbedonethereisanelementoffun













Liebe für alle! #freeprintable

Seit unglaublichen 21 Jahren sind der Mann und ich nun ein Paar. EIN-UND-ZWANZIG Jahre. Manchmal kann ich das selbst gar nicht fassen. Mein halbes Leben hab ich ihn schon an meiner Seite. Und es würde überhaupt nicht zu mir - besser gesagt zu uns - passen, wenn ich hier jetzt ein Hohelied auf unsere Liebe anstimmen würde. Selbstverständlich ist sie für uns keineswegs. Sie ist aber auch nichts, an das wir uns ständig erinnern müssten. Ich bescheinige uns einfach eine gesunde Portion Pragmatismus, insbesondere was große Rituale und Jahrestage angeht. Tja, wäre da nicht unser Fräulein! Sie will dieses Jahr den Valentinstag unbedingt feiern. Machen wir jetzt auch - im ganz großen Stil. Nämlich mit Euch allen!


_Dieser Beitrag enthält Werbung.
Die Papeterie zum Thema wurde mir kostenlos als PR-Sample zur Verfügung gestellt_

Wir feiern! Wir feiern nicht! Ach komm, jeder lässt sich gern überraschen! Von wegen, ist doch nur kommerzieller Mist!  Ganz ehrlich - ich finde diese Diskussionen um den Valentinstag oder Muttertag oder Vatertag oder Kindertag schlichtweg unnötig. Ist doch ganz einfach: Wer feiern mag, feiert ihn! Wer nicht, der lässt's eben bleiben! Und für beide Parteien gilt: Den anderen einfach mal machen lassen! Wir wollen am heutigen Valentinstag ein bisschen Liebe hinaus in die Welt tragen. Und ein jeder von Euch ist eingeladen, mitzumachen #spreadlove


Valentinstag to go
Du brauchst:


Das Plakat ausdrucken so oft Du willst, mit der Schere zwischen den Komplimenten senkrecht einschneiden. Das Masking-Tape in die Tasche stecken, und schon kann's losgehen. Das Plakat überall dort aufhängen, wo Du magst - im Büro, an den Postkasten, an Laternenpfosten, auf Spielplätzen, in Tiefgaragen neben dem Kassenautomaten. Willst Du in Cafés, Restaurants oder anderen öffentlichen Einrichtungen das Plakat samt Masking Tape zücken, frag einfach schnell nach Erlaubnis.


Wir haben gestern schon mal vorgelegt, und ein bisschen Liebe hier im Ort verteilt. Und jetzt seid ihr dran: Macht ihr mit? Als kleinen Motivationsschub verlose ich unter allen, die mir ein Bild von unserem Valentinstag-to-go-Plakat schicken, das ausgedruckt und aufgehängt wurde, ein kleines Überraschungspaket aus den Papeterie-Produkten der Serie "It must be love" von rico-design. Als Los gilt jedes Foto, das mich entweder via Mail, über facebook oder instagram erreicht. Einsendeschluss ist Freitag, der 15. Februar, 2019.

#spreadlove









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Die Aufholjagd hat begonnen: Seit dieser Woche versuche ich, all das aufzuarbeiten, was während der zwei Wochen Krankenlager liegen geblieben ist. Die Wäscheberge im Schlafzimmer, von denen mir einer - und zwar mein eigener - mittlerweile bis zur Hüfte reicht, ignoriere ich weiterhin gekonnt. Schwerer fällt es mir, an den zugeschnittenen Projekten im Nähzimmer vorbei zu marschieren. Zumal mein Arbeitszimmer genau gegenüber liegt. Ich müsste eigentlich nur einmal falsch abbiegen - und zack, säße ich an der Nähmaschine. Saß ich heut aber nicht, sondern vom Rechner.  Dafür ist die Umsatzsteuervoranmeldung raus, die Buchhaltung up to date, mein Postfach gelüftet - und der Kopf wieder frei für kreative Dinge.


Geht es Euch auch so? Ich kann schlecht kreativ sein, wenn mir gewisse "Müsser" im Nacken sitzen. Daher galt heut wie meist jeden Dienstag das Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Was sonst noch so los war? Schaut sie Euch an, unsere zwölf Bilder vom zwölften Tag des Monats.

1) Power-Start in den Tag: Vitamine und Wasser fürs Immunsystem.
2) Titelbildbastelei: Und wie ihr seht, ist es nicht beim ersten Entwurf geblieben. Skifahren geht's nämlich erst im März.
3) Tussicontent: Ich lackiere die Nägel meist am Schreibtisch, während der Trockenzeiten sortiere ich Mails, bearbeite Fotos oder lese Nachrichten.
4) Happymail: Der Postbote bringt mir ein tolles Paket mit wunderschönem Inhalt, der ganz bald verarbeitet werden will. 

5) Das bisschen Haushalt: Wo ich schon mal im Erdgeschoss bin, mach ich noch nen Abstecher zur Wäsche in den Keller.
6) Kurvenkünstler: meine Hyazinthen hängen ganz schön durch. Aber sie duften himmlisch!
7) Schneller Snack: Es gibt selbst gemachten Joghurt mit Vanille.
8) Geduldsprobe: Die Hausaufgaben laufen heut Nachmittag zäh. Sehr zäh. 

9) Tapetenwechsel: Bevor wir uns den ganzen Nachmittag anblöken, drehen wir lieber ne Runde.
10) Stopp in der Buchhandlung: Das Fräulein hatte noch einen Gutschein, und löst ihn gegen etwas Magie ein.
11) Win-Win-Situation: Ich wollte Kaffee, sie musste auf Toilette - da sind wir beim Kuchen hängen geblieben.
12) Supermarkt-Fundstück: Das testen wir mal. Ich bin gespannt!

#morgenisteinneuertagundmorgenwirdgenäht




Ein Blick zurück in der Spätausgabe 1/2019

28 Tage lang war der Januar ein Januar wie jeder andere. Jedes Jahr nehme ich mir zu Beginn des Jahres eine kleine Auszeit, um mich auszurichten. Ich zieh mich etwas zurück - sowohl im digitalen als auch im analogen Leben, fahre die Taktzahl an Verabredungen deutlich herunter, und dann gehe ich mit mir selbst in medias res. Ich hinterfrage Gewohnheiten, mache mich auf die Suche nach Energie- und Zeitfressern in meinem, unserem Alltag. Formuliere Ziele, Ideen, Wünsche. Ja, ich mag das Gefühl, ein neues Jahr komplett vor mir zu haben, Ziele zu benennen und Pläne zu schmieden. Aber wie sagte schon John Lennon? "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen!" Wie Recht er doch hatte!


So gut ich im Pläne schmieden, Planen und Organisieren bin: Läuft etwas außerhalb dieser Planung, drehe ich gerne mal am Rad. Improvisation kann ich, aber das heißt noch lange nicht, dass ich sie toll finde. Genau genommen hasse ich es, wenn mein Pläne spontan über den Haufen geworfen werden. Weil der Terminkalender eben ganz oft wenig Luft nach oben lässt, ein Rädchen ins nächste greifen muss, damit der Familienalltag läuft. Seit zwei Wochen laufe ich hier nicht. Dafür meine Nase. Und mit jedem Tag mehr, den ich auf dem Sofa verbringe(n muss), werde ich unzufriedener. Allerhöchste Zeit also für meinen Blick zurück, denn ich mag den Januar nicht nur an seinen letzten drei doofen Tagen messen:

#rückblick

  • Ferienspaß: Das Fräulein hat die Freude am Schlittschuhfahren entdeckt. 
  • Gedankenspiele beim Friseur: Haare kürzer schneiden? Ich hab' mich nicht getraut. 
  • Wiedersehen: Wenn die ehemalige Kollegin aus Lissabon einfliegt, ist immer Zeit für einen Plausch und einen Kaffee
  • Tolle Aktion: Gemeinsam mit Dominique und Änni hab ich endlich den tollen Oilskin von Snaply in eine schöne #yellobag verwandelt. 
  • Zeit zu zweit: Und wir haben dabei einfach mal neue Eheringe gekauft. 
  • Unterwegs: Ich bin zur #creativeworld nach Frankfurt gefahren, und freu mich dabei nicht nur auf den kreativen Input, sondern auch immer auf das Wiedersehen mit Bine und Miriam
  • Schock-Moment: "versuchter Einbruch" lautete die Diagnose des Schlüsseldienstes, nachdem unser Haustürschloss vergangene Woche nicht mehr funktionierte. Im Haus war niemand, aber dennoch bleibt ein komisches Gefühl. 
  • Virenattacke: Seit zwei Wochen hänge ich in den Seilen. Aber so richtig. Am Montag dachte ich, das Schlimmste sei überstanden. Zack, hänge ich wieder auf dem Sofa. Jetzt wenigstens mit Fernseher und Laptop. Aber: Ich mag nicht mehr. 

#ausblick

  • Fasching lässt grüßen: Im vergangenen Jahr ging das kleine Fräulein als Pfau. Dieses Jahr geht's ebenfalls tierisch zu. Ich werde also erneut ein Kostüm nähen. Was es wird, ist noch streng geheim. Ihr dürft dann auf Instagram raten.
  • Koffer packen: Die Skiferien stehen an - und wie jedes Jahr, werde ich mich überwinden müssen, im hier aufkeimenden Frühling noch mal in den Schnee zu fahren. Um es dort dann ganz toll zu finden.

Lieblingslektüre des Monats

  • "Ich schaffe das einfach nicht!" - diesen Satz höre ich sehr oft von anderen. Etwa, wenn das Fräulein was Selbstgenähtes trägt, wir ein Geschenk besonders hübsch verpackt haben, oder ich mir Zeit einfach so nur für mich genommen habe. Aber stimmt das wirklich? Schafft man es wirklich nicht? Oder ist es einem einfach nicht wichtig genug? Ein toller Denkanstoß von Bine, und natürlich - auch ich schaffe viele Dinge nicht, beziehungsweise sind oder waren in diesem Moment andere Dinge wichtig. 
  • Hast Du auch gern alle Bälle in der Luft? Und bist ein großer Freund von Multi-Tasking? Ich auch - aber es ist nicht immer gut und nicht immer sinnvoll, alles gleichzeitig zu machen. Der Text von Vanessa zum Single-Tasking hat mich zum Nachdenken gebracht.  
  • Wir sind Suppenkasper hier im Hause schoenstebastelzeit. Und allein deshalb werde ich beim nächsten Einkauf Beef Jerky in den Wagen legen, und die Asia-Würzpaste von Gourmet Guerilla nachmachen. Klingt verdammt lecker! 
  • #createdonthate - das Motto, das Tanja von Frau Hoelle zur Creativeworld ausgegeben hat, finde ich einfach wunderbar.  
  • immer wieder freitags: die Familientweets der Woche 

#vitaminebitteallezumir

Convenience als Trend? #creativeworld2019

Die Rundum-Sorglos-Pakete sind in der DIY-Branche auf dem Vormarsch: Pompons und Troddeln im Beutel, die man nur noch aufhängen oder annähen muss; fix und fertig genähte Kuscheltiere zum Ausstopfen und Verzieren; aus Papier oder anderen Materialien vorgestanzte Bauteile, die nur noch schnell mit ebenfalls gelieferten Nieten, Nadeln, Clips oder Kleber zusammengesetzt werden wollen - auf der #creativeworld2019 in Frankfurt gibt es unzählige solcher Produkte und Material-Kits. Ich hab mich gestern unters Messepublikum gemischt, und bin mit viel Inspiration aber auch etwas nachdenklich zurückgefahren. Denn ich frage mich: Convenience in der DIY-Branche: Fluch oder Segen?

Blumen, die so schnell nicht verwelken: Strauß aus Papierblüten am Stand von sizzix,
dem Hersteller der Stanz- und Prägemaschine Bigshot. 

Was die handarbeit+hobby in Köln für die NähSzene ist, ist die Creativeworld in Frankfurt für die DIY-Szene: Mit mehr als 350 Ausstellern aus 44 Ländern - und flankiert von den beiden anderen Schauen, der paperworld und der christmasworld - ist sie vor allem Trendschau. Dort werden die Produktneuheiten rund ums dekorative Basteln, für den Grafik - und Künstlerbedarf, Handarbeit und textiles Gestalten sowie fürs kreative Hobby präsentiert, Techniken und Materialien vorgestellt. Genauso wie die h+h ist auch die Creativeworld eine reine Order-Messe - sprich einkaufen kann dort nur der Fachhandel, aber nicht der Endverbraucher.

Fertige DIY-Pakete: YAY or NAY?
Die Nachfrage ist da: Der Endverbraucher verlangt immer mehr das Rundum-Sorglos-Paket. Auf den ersten Blick ist das herrlich bequem - ein Strickset, in dem die Wolle zum Projekt und die Nädelstärke zur Wolle passt; ein Taschen-Nähset mit allem Pi-Pa-Po vom Karabiner bis zum Vlies zur Stoffverstärkung; ein Handlettering-Starter-Kit samt Buch, Stiften Papier... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die komplette Verfügbarkeit alles Notwendigen für ein Projekt ist sicherlich einer der großen Vorteile  eines solchen Sets. Und für alle, die eine Technik, ein neues Material oder ein komplett neues Hobby einfach mal ausprobieren wollen, sicherlich eine feine Sache.

Wenig Aufwand, große Wirkung: Das passt zwar in unsere schnelllebige Zeit, aber bei all den schönen Fertigpaketen geht eines verloren - das Individuelle. Das Tüpfelchen auf dem i, das aus irgendeinem Projekt Dein Projekt macht.

Wir hatten gestern auf der Messe bereits eine kleine Diskussionsrunde zum Thema. Und waren uns insofern einig: Die Mischung macht's! Die DIY-Sets können eine tolle DIY-Einstiegsdroge sein. Sie können aber auch die Kreativität bremsen - in dem sie einem von Anfang an vorgeben, wohin die Reise gehen, wie das fertige Produkt aussehen wird oder besser: auszusehen hat.

Papier-Prägeformen am Stand von efco: toller Effekt, tolle Haptik. 

Altes in neuem Gewand: die Trends 2019
Bekannte Materialien, neue Techniken: So konnte man die Trends 2019 zusammenfassen - denn auch in einer kreativen Branche wie der DIY-Branche lässt sich nun mal das Rad nicht neu erfinden. Das Stilbüro bora.herke.palmisano hat auch in diesem Jahr wieder die Trendfläche für die Creativeworld bespielt, und hat drei Unterthemen entwickelt:

#cosysite
#cosysite:Gipsbinden und freestyle geknüpfte Accessoires
Plüschig, wollig, pur - so lässt sich die erste Trendwelt beschreiben. Sie zeigt unter anderem die Technik des Bildhauens mit Vasen aus Porenbeton. Alternativ wird mit den guten, alten Gipsbinden modelliert. Auf der Creativeworld wickelte man sie einfach um Alltagsgegenstände, um diesen einen neuen Charakter zu verleihen. Für das Cosy im Thema sind hochwertige Woll-Materialien verantwortlich - wild und spontan und in unterschiedlichen Längen geknüpft oder geknotet. Und gewebt werden muss nicht nur im Webrahmen, dafür kann man auch mal einen alten Rattansessel oder ein geflochtenes Weidenkörbchen hernehmen.

#naturallocation
#naturallocation: die japanische Stickmethode Sashiko und handgetöpferte Unikate. 
Perfekt unperfekt - das ist bei dieser Themenwelt das Motto. Zerbrochene Keramik, die Mithilfe der japanischen Kintsugi-Technik wieder zu neuem Leben erweckt wird; selbst getöpferte und glasierte Teller; von Hand bestickte Tischläufer: herrlich ungezwungen wirkt das Ensemble und verrät erst auf den zweiten Blick, welch großer Aufwand und Liebe in den einzelnen Objekten steckt.

#happyplace
#happyplace: farbenfroh, lebhaft - und Neon ist immer mit dabei. 
Die 80er lassen grüßen beim Blick auf die farbenfrohe, dritte Trendwelt. Neon ist und bleibt en vogue, dazu gesellen sich bunte Kreppbänder, Masking-Tape, allerlei Tüddelkram zum Verzieren von Papeterie, kleinen nicht-essbaren Törtchen aus Stoff sowie Tonkarton und vielem mehr. Und mittendrin immer wieder das sogenannte Acrylpouring - bei dem die Farbe mithilfe eines Liquids fließfähig gemacht und auf Leinwände und Gegenstände aufgebracht wird, und später plastisch aushärtet.

Die Stempelei und ich
Die schoenstebastelzeit heißt schoenstebastelzeit weil ich früher ganz viel gebastelt habe - unter anderem Grußkarten. Vor allem mit Stempeln, aber auch mithilfe der Präge- und Embossing-Technik, mit Aquarell- und Wasserfarben. Hochwertige Papiere streichele ich immer noch genauso gerne wie Stoffe, und auf der Creativeworld nehme ich mir jedes Jahr fest vor, diese alte Liebe wieder neu zu entfachen. Den unglaublich vielfältigen Inspirationen sei Dank!

Meine Rede! Ich bin und werde niemals nicht ein Frühaufsteher,
muss mir aber vielleicht diesen Stempel von heindesign kaufen. 

Über die Firma heindesign bin ich übrigens auch vor vielen Jahren schon zu den heute allseits bekannten Tombow-Stiften gekommen. An Brushlettering dachte damals noch kaum jemand - ich nutzte die Stifte entweder zum Stempel einfärben, oder setzte mit ihnen kleine Farbakzente auf meinen Karten.

Aus meinem Archiv: Ein paar selbst gebastelte Karten habe ich aufgehoben und heute mal wieder raus gekramt. 

Und was ist mit Stoff?
Viele Stoff-Premieren gab's auf der Creativeworld natürlich nicht zu sehen, das ist der h+h im März vorbehalten. Rico Design präsentierte allerdings die neue Themenwelt "crafted nature" - und zu dieser wird es im Frühjahr neben Papeterie und Deko-Artikeln auch einen Schwung Stoffe geben: Webware, etwas festere Musselins, und sogar Sweats sind geplant.

"crafted nature" heißt die neue Kollektion von rico-Design, die ab dem Frühjahr im Handel erhältlich sein wird. 
Auch wenn das Grundmaterial Stoff selbst auf der Creativeworld keine große Rolle spielt, so gibt es doch allerlei Materialien zu entdecken, die mit Textilveredelung zu tun haben. Allen voran natürlich Stoffmalfarben - und da spielen in der kommenden Saison sowohl Linol- als auch Siebdruck eine immer größere Rolle. In diesem Bereich räumte die Firma Marabu sogar den Creative Impulse Award 2019 ab: Das "Soft Linoleum Textil Print & Colouring"-Set wurde zum Komplett-Set des Jahres gekürt. Allein, dass es die Kategorie in dem Wettbewerb gibt, zeigt den Vormarsch der Kreativ-Kits.

Spannend finde ich auch die Produkte der französischen Firma Odif. Das Gel, mit dessen Hilfe man Webware in eine Art Wachstuch verwandeln kann, will ich unbedingt mal ausprobieren. Aber auch der thermofixierbare Kleber für Stoffe klingt vielversprechend - vor allem für die, die gerne und viel applizieren.

Patchwork leicht gemacht wird mit den Stoffstanzen der Firma Sizzix - allerdings nur, wenn man im Besitz einer so genannten Bigshot ist: einer Stanzmaschine, mit der man sowohl Papier als auch Stoff stanzen kann. Der Zuschnitt von passgenauen Quadraten oder anderen Formen geht damit wirklich schnell. Der Nachteil: Die Größen sind fix.

Nicht fündig geworden bin ich leider auf der Suche nach einer Zuschneidematte nach Maß. Mein Zuschneidetisch hat nämlich die in Nähkreisen weit bekannten Maße "DreiMalKallaxvonIkeaaneinandergeschraubt" - was zu groß für eine handelsübliche Schneidematte bedeutet, aber auch zu klein für zwei von ihnen. Wer kennt das Problem das zugegebenermaßen ein wirkliches Luxusproblem ist noch?

Zum Finale lass ich Euch noch das Motto von Tanja Cappell alias Frau Hölle da, das sie zur #creativeworld2019 ausgegeben hat. Für mehr kreatives Miteinander statt Gegeneinander. Getreu dem afrikanischen Sprichwort: Wenn du schnell gehen willst, dann geh alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen. Daher:

#createdonthate