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Premiere für einen Pinguin

Sage nie, das kann ich nicht.
Vieles kannst Du, will's die Pflicht.
Alles kannst Du, will's die Liebe;
darum Dich im Schwersten übe.
Vieles fordert Lieb' und Pflicht;
sage nie: "Das kann ich nicht!"

Wie habe ich diesen Spruch als Kind gehasst.
Ich habe ihn immer dann gehört, wenn ich ungeduldig geworden bin.
Zugegeben, Geduld war noch nie eine meiner größten Stärken.
Aber es hat gewirkt. Und heute bin ich froh drum, dass ich ihn so oft gehört habe.
Danke, liebe Mutti. Dass Du mir nicht alles immer gleich abgenommen hast.
Sondern gesagt hast: "Das schaffst Du - wenn Du nur willst."

Als Steinbock will ich oft. Und am liebsten immer alles sofort.
Dennoch hab' ich vor einigen Dingen gewaltigen Respekt. Gerade beim Nähen.
Unglaublich, aber wahr: Zwei Jahre lang hab' ich einen Bogen um jeglichen Reißverschluss gemacht.
Aber wie das dann nun mal meistens so ist: Übung macht den Meister.

Und letztens hab' ich ein neues Näh-Monster bezwungen: die falsche Knopfleiste.
Falsch deshalb, weil's nur Druckknöpfe sind. Die bequemen Kam-Snaps.
Trotzdem: Ich war mächtig stolz drauf, als dieses Shirt fertig war.


Manchmal braucht es einfach auch einen letzten Anstupser,
den berühmten Tritt in den Hintern, um sich an ein Projekt zu machen.
So war es auch hier. Kaum war der tolle "Ringo, the Pingu" auf dem Markt,
wusste ich, für wen ich das Stöffchen vernähen werde. Aber: Die Einladung stand kurz bevor,
das Geschenk für das kleinste Familienmitglied der Gastgeber duldete also keinen Aufschub.

Also wagte ich mich ran, ans Shirt für einen Jungen. Größe 98.
DIE Gelegenheit, für das Knopf-Shirt von Lillesol und Pelle.
Nicht zu verspielt, daher durfte Ringo nur vorne auf dem Shirt Platz nehmen.
Für die Rückseite habe ich schwarzen Jersey verwendet. Die Ärmel dafür aber in rot-weiß.


Der Stoff ist von Lillestoff - und in traumhafter Qualität.
Da macht das Nähen gleich doppelt so viel Spaß,
weil sich nichts wellt oder fies verzieht beim Zuschneiden oder Nähen.
Das Design stammt übrigens von Pamela Hiltl (enemenemeins),
beim Stöbern durch meine Vorräte musste ich feststellen,
dass ich ein regelrechter enemenemeins-Fan bin.


Ganz leicht von der Hand ging mir das Einfassen der Knopfleiste nicht.
Ich werde das demnächst mit einem anderen Shirt nochmals probieren.
Dann nicht mit Feinstrick-Bündchen, sondern mit normalem Jersey.
Dann wird es hoffentlich nicht so knubbelig.


Trotzdem bin ich ganz happy mit meiner Premiere für einen Pinguin.
Was mich hingegen richtig ärgert, ist die Qualität der Fotos.
Die Schatten, der Gelbstich. Bäh! Das muss besser werden. Ich arbeite dran - versprochen.
Schließlich hat mir das Christkind ein kleines Fotozelt samt zwei Tageslichtlampen gebracht.


Und mal wieder ist ein Näh-Monster bezwungen. Aber nach dem letzten Projekt ist vor der nächsten Herausforderung. Die liegt hier schon, in Form einer Tunika-Bluse für das kleine Fräulein. Mit Biesen. Davor hab' ich bislang auch gewaltigen Respekt. Aber ich werd' mich dran machen. Schritt für Schritt. Schließlich hab' ich ihn oft genug gehört, den Spruch: "Sage nie, das kann ich nicht..."

Glaubt einfach dran: Nichts ist unmöglich!

Eure

katja

PS: Die Facebook-Leser unter Euch haben es schon mitbekommen: Mein Gedankenhüter hat es leider leider nicht ins Finale des Taschen-Wettbewerbs von Lillesol und Pelle geschafft. Schade. Aber was dennoch einen Klick wert ist: ein Blick auf all die anderen 372 Taschen.

Stoffe:
"ringo the pingu" von lillestoff / design: pamela hiltl
kombi-jersey rot-weiß von lillestoff
schwarzes Bündchen / micha's stoffecke
Schnitt:
knopfshirt basic no.24
lillesol und pelle

12 von 12 im Januar

Ja, ich stehe dazu: Ich bin ein Schönwetter-Skifahrer.
Blauer Himmel. Sonne, die einem im Sessellift den Rücken wärmt.
Und Schnee, der glitzert und funkelt, wie ein Diamant.
Das ist es, was mich als bekennende Eule zur Lerche werden lässt.
Geht's auf die Ski-Piste, hüpfe selbst ich zu Unzeiten aus den Federn.
Gut gelaunt, wohlgemerkt. Voller Tatendrang. Mit Reisekribbeln im Bauch.
Warum ich Euch das heute erzähle? Weil gestern genau solch' ein Tag war.
Früh aufstehen. Den Kaffee in die Thermoskanne packen.
Ab ins Auto, auf in die Berge. Und um 9.30 Uhr am Lift stehen.

Früher haben wir das oft gemacht. Freitags den Wetterbericht studiert.
Und samstags oder sonntags in die Berge gefahren. So fern sind sie hier nicht. 
In zwei Stunden sind wir im Allgäu, in drei Stunden am Arlberg. 
Gestern' waren wir nach langer Zeit mal wieder unterwegs.
Deswegen gibt's sie's erst heute, mit Verspätung,
dafür mit ganz viel Sonne und Schnee, meine 

12 von 12 im Januar 

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Und das, obwohl es Sonntag ist.
Aber ein Tag mit neun Sonnenstunden lockt - verspricht zumindest der Bergfex,
den Wetterexperten, den wir im Internet am liebsten befragen.


Freie Fahrt am frühen Morgen. Sie führt uns am Bodensee entlang. 
Wir sehen ihn aber nur aufm Navi - draußen ist's noch zappenduster.


Kurzer Zwischenstopp an der Grenze zu Österreich. 
Wir brauchen noch eine Vignette. Und weiter geht's. 


Ungewohnt für uns: Stille auf der Rückbank. 
Vor allem, als wir an einer großen Baustelle vorbei fahren. 
Normalerweise würde es jetzt durchs Auto schallen: "Mamaaaaa, zwei Kräääääne!"
Aber der Kindersitz ist leer. Das kleine Fräulein schlummert noch selig. 
Bei der Oma von Schneck im Reisebett. 


Hello sunshine! 
Kaiserwetter! 
Kein Wölkchen am Himmel!


Schattenspiele im Nostalgie-Lift. Das Modell ist wirklich in die Jahre gekommen. 
Man setzt sich beim Einstieg nicht, sondern man wird gesetzt. 
Mit einem dezenten Schlag der Sitzfläche in die Kniekehlen. 


Das dauert noch ein Weilchen!
Aber bei dem Ausblick...


Oma ist einfach die Beste!
Sie verwöhnt heut' nicht nur das kleine Fräulein, 
sondern auch uns: mit Schnitzelweck zum Vesper!


Ein Blitzer? Mitten auf der Skipiste! So was aber auch!
Ist ein witziger Werbegag eines bayerischen Autobauers. 
Aktiviere den Blitzer mit der Ski-Karte, flitze vor die Kamera, 
keep smiling, und lad' Dir später das Bild ausm Internet. Nette Idee!
Und ein kurioser Blickfang auf über 2000 Metern Höhe. 


Nach sechseinhalb Stunden auf der Piste tausche ich freiwillig:
Skistiefel gegen Turnschuhe. 
Boah, sind die gemütlich. 


Spät in der Nacht geht's nach Hause. 
Auf der Rückbank ist's wieder ruhig. 
Aber leer ist sie nicht mehr. Das Fräulein schlummert. 


Daheim angekommen, nur noch schnell die Skistiefel zum Trocknen aufgestellt. 
Mit Hilfe des kleinen Fräuleins. Das seine Skistiefel - aus Plüsch und besser
für die heimische Piste als für die aus Schnee geeignet - dazu platziert hat. 


Schön war's in den Bergen. Für mich wirkt so ein kleiner Spontan-Trip wie ein Kurzurlaub.
Mein Pulli riecht selbst heute noch nach kalter Winterluft, die Wangen glühen - von der Frischluft,
und ein klitzekleines bisschen auch von der prallen Wintersonne. Jetzt aber schnell ab mit meinen Fotos zu Frau Kännchen, die seit gestern wieder auf ihrem Blog alle vereint, die den 12. des Monats in zwölf Bildern festgehalten haben.

Startet gut in die neue Woche!
Egal, ob Schnee im Sonnenschein oder die ersten Tulpen
Eure Glückshormone tanzen lassen. Hauptsache, sie tanzen!

Eure

katja